Ghana: Wie Wasserfilter ein Dorf verändern
21-03-2012Der Weltwassertag erinnert an jedem 22. März daran, dass sauberes Wasser für die meisten Menschen nur ein Traum ist. In Ghana hilft Compassion durch das Verteilen von Wasserfiltern, dass es nicht beim Träumen bleiben muss.
An diesem Mittwoch im Juni 2011 kommt Leben in den kleinen Ort Ekwamkrom im Süden Ghanas. Eltern eilen zur Ebenezer Methodist Church, wo sie zwei große blaue Kunststoffeimer und einen Wasserfilter erhalten. Würden die vielen Erkrankungen durch unsauberes Trinkwasser fortan Vergangenheit sein?
„Wir trinken es, waschen damit, baden darin“
Ekwamkrom ist ein Ort, dessen Einwohner hauptsächlich in der Landwirtschaft arbeiten. Der nahe Akora-Fluss versorgt die Menschen mit dem Wasser, dass sie zum Bewässern so dringend brauchen. Die Häuser sind ans Trinkwassernetz angeschlossen; doch dass aus den Hähnen auch Wasser kommt, darauf ist kein Verlass. „Wir haben Leitungswasser hier in Ekwamkrom, doch es reicht nie aus“, sagt Samuel Bossman Mensah, der Koordinator des Compassion-Projekts der Ebenezer Methodist Church. „Manchmal bleibt es für viele Tage aus. Also müssen wir es vom Akora-Fluss nehmen. Wir trinken es, waschen Kleidung damit, baden darin und kochen selbst unser Essen damit.“
Einige Monate, nachdem 2007 das Compassion-Projekt der Kirche gestartet war, wurden dessen Kinder untersucht: von den 200 Jungen und Mädchen, die das Projekt damals besuchten, litten 96 an Bilharziose – einer parasitären Erkrankung, die durch Würmer aus verschmutztem Wasser übertragen wird. Die kranken Kinder wurden behandelt, doch sie infizierten sich erneut. Untersuchungen ergaben, dass der Akora-Fluss die Quelle der Infektion war. Compassion Ghana reagierte darauf, indem es die Eltern der Kinder über die Gefahr aus dem Fluss aufklärte und darin unterwies, was sie tun konnten, wenn sie auf sein Wasser angewiesen waren. Die Bewohner Ekwamkroms hatten nicht gewusst, dass die Erkrankungen durch den Fluss verursacht wurden.
Die Schulungen halfen ein wenig, doch die Fälle von Bilharziose unter den Kindern blieben. Etwas anderes musste helfen, um sie und ihre Familien zu schützen: Wasserfilter.
„Es wird gutes Wasser“
Und so erhielten an diesem Mittwoch im letzten Juni mehr als 250 Familien mit Kindern im Compassion-Projekt Wasserfilter, deren Membranen in wenigen Sekunden verunreinigtes Wasser in sauberes Trinkwasser verwandelten. Die elfjährige Eugenia war eins der Kinder, die früher an Bilharziose litten. Die Erkrankung führte dazu, dass sie Blut im Urin ausschied. „Compassion brachte mich ins Krankenhaus und ich wurde behandelt. Sie gaben uns die Wasserfilter. Wir füllen unser Wasser hinein und es wird gutes Wasser.“ Spencer ist ein Junge aus dem Projekt, der nun ebenfalls sauberes Wasser trinken kann. Seine Mutter filtert selbst das Leitungswasser im Haus damit. „Das gibt mir Vertrauen, dass es keine Bakterien im Wasser gibt, das ich trinke“, erzählt Spencer. „Denn sie haben uns gesagt, dass die Filter die Bakterien im Wasser töten.“
Dabei dienen die Filter nicht nur den Familien mit Kindern im Projekt. „Uns wurde während der Verteilung der Wasserfilter von den Compassion-Mitarbeitern gesagt, nicht nur an uns zu denken“, sagt Roberta, die einen kleinen Handel betreibt. Die Eltern wurden ermuntert, auch Wasser für ihre Nachbarn zu filtern, die nicht das Vorrecht haben, ein Kind im Projekt zu haben. „Ich habe das getan und einige andere Familien haben auch Wasser für ihre Freunde gefiltert. Wir merken, dass die Bilharziose seitdem ausstirbt.“
Es spricht sich herum
Die Veränderungen, die die Filter in Ekwamkrom bewirken, sprechen sich herum. Auch aus anderen Dörfern kommen die Leute, um sich darüber zu informieren. „Sie kommen und stellen Fragen über die Wasserfilter, weil sie gehört haben, dass Ekwamkrom frei von Bilharziose wird durch den Gebrauch starker Wasserfilter“, berichtet Roberta.
Ransford Essuman, dessen Kinder Marino und Getwell ins Compassion-Projekt gehen, war sich schon früh der Gefahr durch das Flusswasser bewusst. Wenn das Leitungswasser wieder einmal für längere Zeit ausblieb, kaufte er Trinkwasser für seine Familie. Das zehrte einiges von dem wenigen Geld auf, das er besaß. „Ich war der erste, der seinen Filter benutzte, weil ich wusste, was es mich kostete, sauberes Wasser für meine Familie zu bekommen.“ Ransford gebrauchte den Wasserfilter umgehend. „Es hat mir sehr geholfen. Jetzt kann das Geld, das ich für Trinkwasser ausgeben musste, für etwas anderes gebraucht werden.“
Und die Zahl der bilharziosekranken Kinder heute? Bei der letzten Untersuchung waren es nur noch zwei.
Vera Mensah-Bediako, Compassion Ghana
Auch unser Maskottchen Smilinguido unterstützt Spenden für Wasserfilter. Hier erfahren Sie mehr darüber.
Hier finden Sie Informationen zum Weltwassertag 2012.




