Bangladesch: Ein Lächeln im Gesicht der Kinder

20-12-2012

Weihnachten ist die einzige Zeit des Jahres, an denen Sujitra und Lipi neue Kleidung und Schuhe erhalten. Ihre Mutter Bodi kann sich beides für die Töchter nicht leisten.

Seit dem Tod ihres Mannes zieht Bodi ihre Töchter allein auf. Ihr Mann starb, als Tochter Lipi gerade ein Jahr alt war. Danach ging sie mit den Mädchen zurück ins Haus ihres Vaters und begann, auf den Feldern als Tagelöhnerin zu arbeiten. Das Wenige, das Bodi dabei verdient, reicht nicht, um den Töchtern neue Kleidung zu kaufen.

„Was wird ihnen Freude machen?“

Ein Lichtblick war es für die beiden Mädchen, dass sie in das Compassion-Projekt einer Gemeinde an ihrem Ort im Norden von Bangladesch aufgenommen wurden. Für die Mutter war dieser Schritt eine große Entlastung.
Eine besondere Zeit für die Mädchen und die anderen Kinder in ihrem Projekt ist Weihnachten. Denn dann erhält jedes Kind in einem Compassion-Projekt irgendwo auf der Welt ein Geschenk - für die Kinder auch ein Symbol für die Liebe Christi und die Wichtigkeit, miteinander Freude zu teilen. Von den Mitarbeitern in den Compassion-Projekten werden die Weihnachtsfeier und die Geschenke sorgsam vorbereitet, so auch im Projekt von Sujitra und Lipi: Was brauchen die Kinder? Was wird ihnen Freude machen? Aber auch: Welche Geschenke lässt unser Budget zu?

In diesem Teil von Bangladesch liegt eigentlich auf der Hand, welche Geschenke sich anbieten: Im Winter herrscht auch hier Kälte, während die Menschen größtenteils arbeitslos sind und sich noch viel weniger Kleidung leisten können als zu anderen Zeiten des Jahres. Also haben warme Anziehsachen und Decken Vorrang bei den Geschenken für die Kinder und ihre Familien. „In diesem Jahr entschieden wir uns für eine Jacke, Schuhe, Socken und eine neue Schuluniform als Weihnachtsgeschenk für jedes Kind“, sagt Projektmitarbeiter Peter Murmu. Alles in allem etwas mehr als elf Euro pro Geschenkpaket. „Die Kinder leiden sehr in der kalten Jahreszeit. Also ist eine Jacke immer die erste Wahl als Geschenk.“

„Dies ist meine erste Jacke“

Es verwundert nicht, dass Sujitra und Lipi glücklich sind darüber. Etwa vor zwei Jahren hatte ihnen ihre Mutter zuletzt Kleidung gekauft. Letzte Weihnachten hatten sie Decken im Projekt erhalten, nun also eine Jacke. „Ich freue mich so sehr über diese rote Jacke. Rot ist meine Lieblingsfarbe.“ Man spürt, dass sich Sujitra mehr daran begeistert, als an den anderen Sachen im Geschenkpaket. „Dies ist das erste Mal, dass ich eine Jacke habe.“ Lipi geht es ähnlich. Sie hatte sich weiße Schuhe gewünscht – und hat sie bekommen. „Diese Geschenke sind alle nötig für meine Töchter“, sagt Bodi und weist auf die Kälte hin. „Diese Jacken und Schuhe sind sehr nützlich.“ Und noch etwas fällt ihr an ihren Kindern auf: „Ich liebe es, ein Lächeln im Gesicht meiner Töchter zu sehen. Und ich sah sie viel lächeln, nachdem sie die Geschenke vom Projekt bekommen hatten.“

Peter ist ein Freund aus dem Projekt der beiden Mädchen. Er ist Waise, seit er vor vier Jahren seinen Vater verlor und die Mutter ihn bald darauf verließ. Jetzt lebt er bei seinem Onkel, in dem Dorf, in dem auch das Compassion-Projekt ist. Auch Peter wurde an diesen Weihnachten beschenkt: ein blaues Paar Schuhe und eine blaue Jacke gab es für ihn. „Als unser Erzieher die großen Plastiktüten mit den Jacken brachte, wollte ich eine blaue haben. Zum Glück passte mir eine der blauen Jacken perfekt“, freut sich Peter. „Und die blauen Schuhe passten gut dazu.“
Auch Weihnachten 2012 werden die Kinder in den Projekten weltweit aus dem Weihnachtsfonds von Compassion beschenkt. Die Freude für Kinder wie Sujitra, Lipi und Peter geht dabei über das Materielle hinaus: denn sie verstehen, dass Menschen in fernen Ländern dies möglich machen. Menschen, denen sie nicht egal sind.

David Adhikary, Compassion Bangladesch

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