Honduras: Durch Kampfsport zur Reife

17-08-2011

Viele Kinder in Honduras wachsen nur mit der Mutter auf, manche allein bei den Großeltern. Oft fehlen ihnen echte Vorbilder. Fünf Compassion-Projekte haben sich zusammengetan, um den Kindern fehlende Werte zu vermitteln. Wie? Durch Taekwondo.

El Progreso liegt an der Karibikküste von Honduras, eine Stadt, die 1927 als Handelsplatz für Bananen gegründet wurde. Auch heute noch ist die Stadt vom Austausch zwischen anderen Karibikstaaten und dem honduranischen Inland geprägt. Fünf Compassion-Projekte machen ihren Jungen und Mädchen ein besonderes Angebot, um ihnen eine Alternative zu den Verlockungen der Jugendbanden zu bieten: Sie trainieren sie in der koreanischen Kampfkunst des Taekwondo.

Eine Schule des Charakters

Alles begann vor einigen Jahren mit dem Besuch eines Koreaners, der in den USA lebt und jedes Jahr vorbeischaut, um Kindern und Jugendlichen sein Wissen im Taekwondo zu vermitteln. Duman Jesus Mendoza gehörte zu den ersten, die von Meister Young Joo in der Kampfkunst unterrichtet wurden. Anschließend begann Duman damit, Taekwondo in einem Compassion-Projekt zu unterrichten. „Es war eine wunderbare Erfahrung für die Jungen und Mädchen“, erzählt er. „Sicher eine großartige Möglichkeit für die Jugendlichen, in Form zu bleiben und geistig aktiv beim Sport zu sein.“ Heute nehmen mehr als 250 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und sechzehn Jahren am Training teil.

Diejenigen, die dabei sind, müssen bestimmten Pflichten nachkommen, um mit dem Kurs weitermachen zu können: Unter anderem pünktlich mit den Hausaufgaben zu sein, jeden anderen zu respektieren und die Gemeinde und das Compassion-Projekt zu besuchen. Den Jungen und Mädchen wird vermittelt, dass es eine Ehre ist, am Training teilnehmen zu können: eine Erfahrung, die ihnen nicht nur helfen wird, ihren oft schwierigen Lebensumständen zu begegnen, sondern auch Regeln und Zielen im Leben zu folgen. Die Eltern unterstützen diese Absicht, da sie ihren Kindern hilft, Kriminalität und Drogen aus dem Weg zu gehen.

„Wir sind alle Gottes Kinder“

Der zwölfjährige Johnny nimmt seit drei Monaten am Training teil. Wie die anderen Anfänger mag er es, die weißen Trainingsanzüge zu tragen. „Ich weiß, dass wir hart arbeiten und üben müssen, aber ich freue mich drauf, weil es mir großen Spaß macht.“ Vor neun Jahren wurde Johnny ins Compassion-Projekt aufgenommen. Zweimal in der Woche besucht er sein Projekt. Es war hier, wo er von Jesus gehört hat, von der Vergebung der Sünden und wo er Gott sein Leben geöffnet hat.
Noch trägt er im Training den weißen Gürtel der Anfänger, doch er trainiert gut mit, um als nächstes den gelben Gürtel zu erlangen.

Sonia ist da schon etwas weiter: Sie besucht seit einem Jahr das Training und trägt bereits den lila Gürtel. Auch sie hat im Compassion-Projekt mehr gelernt als eine exotische Kampfkunst: „Ich habe gelernt, dass die Bibel durch Gott inspiriert ist und dass wir jeden respektieren sollen. Auch, dass wir alle Gottes Kinder sind und er uns liebt und einen besonderen Plan für jeden hat.“ Auch Luis Enrique gehört zu den Kindern und Jugendlichen, die jeden Mittwoch und Samstag für etwa zwei Stunden Training in ihr Compassion-Projekt kommen. „Die Disziplin hat mich von anderen Sachen ferngehalten, was gut ist. Statt soviel Zeit vor dem Fernseher zu verbringen, verbessere ich lieber meine Bewegungen.“

Yuri Fortin, Compassion Honduras

Die Taekwondo-Kurse in Honduras wurden durch die Ergänzenden Hilfsfonds von Compassion ermöglicht. Mehr darüber erfahren Sie hier.
 


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