Was macht eigentlich Haiti?

10-01-2012

Am 12. Januar war es zwei Jahre her, dass ein furchtbares Erdbeben Haiti verwüstete. Der Aufbau kommt seitdem nur schleppend voran, viele Menschen haben weiter kein Zuhause und keine Arbeit. Was hat sich in den Compassion-Projekten getan?

Nach der Akuthilfe der ersten Wochen und Monate nach dem Beben, ging es daran, die am stärksten getroffenen Compassion-Projekte, vor allem in der zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince, langfristig wiederaufzubauen - denn das Wohl von über 20.000 Kindern und ihren Familien hing davon ab. Heute, zwei Jahre danach, konzentriert sich die Hilfe von Compassion auf vier Strategien:

•    Ermutigung für Pastoren: Hinter jedem Compassion-Projekt in Haiti steht eine einheimische christliche Gemeinde – Menschen, die Furchtbares durchgemacht haben, Mut zum Weiterleben und neue Lebensperspektiven brauchen. Compassion konzentriert sich hier darauf, die Pastoren der Gemeinden und anderer einheimischer Partner in posttraumatischer Seelsorge zu schulen. Ebenso veranstaltet Compassion eine Konferenz über Integrität, Gerechtigkeit und gute Verwalterschaft für diese haitianischen Leiter.

•    Schutz für Kinder: Für sie wird das nötige Schulgeld bezahlt, damit sie zur Schule gehen können. Kinder, bei denen nach dem Beben Gliedmaßen amputiert werden mussten, erhalten prothetische Hilfe und Physiotherapie. Stark gefährdete Kinder aus besonders armen oder zerbrochenen Familien erhalten zusätzliche monatliche Unterstützung.

•    Einkommen für Familien: Eltern oder Erziehungsberechtigte der Kinder werden in der Umsetzung einer Unternehmensidee geschult und erhalten dafür Kleinkredite. Sie sollen in die Lage kommen, für sich selbst sorgen zu können. Und: Auf diese Weise können Arbeitsplätze in der Kommune geschaffen werden.

•    Wiederaufbau der Compassion-Projekte: Die Gebäude der christlichen Gemeinden, die die Compassion-Projekte in Port-au-Prince und Umgebung durchführen, werden erdbebensicher wiederaufgebaut. Ein Problem war es hier, solides Baumaterial zu finden: Alle getesteten Ziegel versagten bei der Qualitätsprüfung. Es musste erst ein Hersteller gefunden werden, der Ziegel produzieren konnte, die einem Erdbeben standhalten würden. Ebenso schwierig war die Suche nach einheimischen Ingenieuren, die nach Sicherheitstandards gegen Erdbeben bauen konnten: Es konnte keiner gefunden werden. Darum warb Compassion erfahrene Ingenieure aus El Salvador an, die den Wiederaufbau der Projekte überwachen. Zurzeit wird aufgrund der Schulung, die die salvadorianischen Ingenieure den einheimischen Wiederaufbauteams geben, immer nur ein Compassion-Projekt aufgebaut. Das Ziel ist es, dass künftig an zwei bis drei Projekten gleichzeitig gebaut werden kann.

Zwei Jahre nach dem Erdbeben hat Haiti noch einen langen Weg vor sich. Seine tapferen Menschen sind es wert, dass wir sie nicht vergessen.

Wie hat der kleine Erickson die Zeit nach dem Beben erlebt? Hier erzählt er seine Geschichte.


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