Jazzeling

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    Land: Nicaragua
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    Alter: 7
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    Geschlecht : Mädchen
Mein Rufname: Jazzeling Mein Alter: 7 Jahre Ich bin ein: MädchenDurch deine Patenschaft werde ich in meiner Persönlichkeit gefördert und kann meine Begabungen entdecken. Ich freue mich auf Post von dir, bitte bete auch für mich.
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Begegnung mit Armut verändert

"Alles hat 2009 angefangen mit meiner Tochter Maren, die sich als 15-jährige in den Kopf gesetzt hat eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen.“ Unser Advokat und Muskathlet Andreas Kurz verrät euch in diesem Interview, warum er sich für arme Kinder engagiert und aus welchen Gründen er einen Muskathlon mitgelaufen ist:

Wie hat dich deine ehrenamtliche Tätigkeit bei Compassion verändert? Wie hat alles angefangen?

 „Alles hat 2009 angefangen mit meiner Tochter Maren, die sich als 15-jährige in den Kopf gesetzt hat eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. Sie hatte Compassion auf einem Willow-Creek Kongress kennengelernt. Ich hatte mir damals dann Compassion auf der Internetseite von Compassion Deutschland und International angeschaut und Compassion als seriös, groß und professionell bewertet. Dann hat Maren im Dezember 2009 die Patenschaft für ein Kind auf Haiti abgeschlossen. Am 12.1.2010 war das Erdbeben auf Haiti mit dem Epizentrum in der Nähe von Port-au-Prince. Das Patenkind von Maren lebt in der Nähe von Port-au-Prince. Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir noch keinen ersten Brief bekommen.

Und plötzlich hat Armut und Betroffenheit ein ganz anderes Gesicht bekommen. Es waren nicht mehr anonyme Bilder im Fernsehen, nein "unser Kind" lebt dort irgendwo und wir wissen nicht wie es ihm und seiner Familie geht. Ich kann noch genau sagen wo ich zum ersten Mal über das Erdbeben gehört habe (ich war damals auf Geschäftsreise und hatte abends im Hotelzimmer den Fernseher eingeschaltet).

Das ist vielleicht das Wesentlichste, wie Compassion und die Patenschaft mein Verhältnis zu Armut, zu Bedürftigen und Gerechtigkeit verändert hat. Armut oder auch Spenden sind nicht mehr anonym, sondern ganz konkret. Jeden Euro, den ich über Compassion dem Kind spende, kommt "unserem" Kind zugute. Aber nicht nur die finanziellen Zuwendungen, nein auch die Gedanken und die Gebete sind sehr konkret, es hat sogar ein Gesicht. Das Bild meines Compassion Patenkindes steht im Wohnzimmer neben den Patenkinder meiner Frau (Taufpatenschaft). Über die Briefe weiß ich wie es dem Kind geht, was es braucht und für was ich beten kann. Diese konkrete Hilfe hat mir geholfen, mit dem Thema Armut umzugehen und mich mehr damit zu beschäftigen, denn es ist nicht mehr die "überwältigende" Armut, gegen die wir sowieso nichts mache können, sondern es gibt jetzt ganz konkret einen Menschen, ein Kind, dem ich aus der Armut helfen kann. Leider ist es nur EIN Kind, dem geholfen wird, aber inzwischen haben wir als Familie drei Patenkinder und ich setze mich als Compassion Advokat dafür ein, dass noch viel mehr Kindern, und deren Familien dahinter, geholfen wird. 

Weiter zum Patenkind von Maren und dem Erdbeben auf Haiti. Im März 2010 haben wir dann erfahren, dass dem Kind und seiner Familie nichts passiert ist. Im April haben wir den ersten Kinderbrief des Kindes erhalten. Dieser war am Tag des Erdbebens vormittags geschrieben worden (das Erdbeben war Nachmittags)! Ebenfalls im April waren Maren und ich am ersten Advokatentag und im Mai 2010 bei unserem ersten Event auf dem Stand von Compassion (Kirchentag in München). 

Ich engagiere mich für arme Kinder, weil….

.... sie am Bedürftigsten sind.

.... sie das ganze Leben noch vor sich haben,

..... ich Ihnen eine Hoffnung geben möchte. 

Ich sehe es als ein Vorrecht an, mich für Jesus Christus, für die Kinder und für Compassion einsetzen zu können. Ich denke mein Blick auf die Welt hat sich verändert. Wir, ich, leben im Wohlstand. In Deutschland geboren worden zu sein ist ein Geschenk. Eine Schulausbildung und Berufsausbildung genossen zu haben ist auch ein Geschenk, nur deshalb, weil ich in Deutschland geboren wurde und nicht in einem der vielen Slums auf der Welt.

Warum Compassion? Was macht Compassion für dich besonders?

Ich versuche nach einigen (Lebens-)Motto zu leben. Z.B:

  • "Ganz oder gar nicht",
  • "Besser zu spät, als überhaupt nicht" und
  • "so konkret wie möglich". 

Und mit Compassion kann ich ganz konkret helfen. Da ist das genau eine Kind, das ich unterstütze. Alle Energie, die ich einsetze, alle Gedanken und Gebete kommen diesem Kind, seiner Familie, seinem Kinderzentrum, seiner Gemeinde und seinem Land zu gute. Hilfe ist konkret. Ich kann ihm Briefe schrieben (und er mir zurück) und ich kann ihn sogar besuchen. Compassion setzt für mich "Hilfe zur (Selbst-)hilfe" um. Nicht klassisch, in dem man den Bauern neue Landwirtschaftliche Methoden beibringt oder indem man einen Kleinkredit finanziert, sondern ich helfe über Compassion der Gemeinde vor Ort, damit sie meinem Patenkind hilft. Und das allerwichtigste und besondere: Jesus im Zentrum.

Was treibt dich dazu an, beim Muskathlon mitzulaufen? Warum nicht ein Marathon in Frankfurt?

Ich bin schon bei verschiedenen Marathons mitgelaufen. Nicht in Frankfurt, aber in Hamburg, in der Schweiz usw. viele Bergläufe habe ich gemacht. Auch sehr extreme. (Lauf-)Sport ist eine Leidenschaft von mir. Aber hat Gott mir diese Leidenschaft nur geschenkt, um mich selber glücklich zu machen? Geht das überhaupt, "sich selber glücklich machen"? Die Bibel ist eindeutig, Gott möchte, dass wir die Talente, die wir geschenkt bekommen haben, einsetzen. Und zwar für Gottes Anliegen. Also ich habe Gottes Auftrag, mein Talent (Lauf-)Sport für sein Anliegen einzusetzen. Ich werde dabei sozusagen doppelt beschenkt. Zum Einen mit der Leidenschaft/Möglich- keit zu Laufen und zum Anderen mich dabei noch für Gottes Anliegen einsetzen zu dürfen. Ich helfe zehn Kindern, sich aus absoluter Armut zu befreien. ... das waren alles die rationalen Gründe am Muskathlon teilzunehmen, die Entscheidung ist aber rein aus dem Herz getroffen worden. In einer alten schottischen Kirche, beim Abschlussgottesdienst des Charakterwochenendes der 4te Musketiere 2015 in Schottland innerhalb von wenigen Augenblicken:

  • Compassion, die Organisation, für die ich mich schon seit Jahren einsetze
  • Die Organisation 4te Musketier hat exakt das, was wir Männer brauchen
  • (Ultra-)Marathon = (Lauf-)Sport
  • =>kann es eine deutlichere "Steilvorlage" von Gott geben?

Nach dem Muskathlon: Was hat dich am meisten bewegt?

 Am meisten bewegt hat mich der Unterschied zwischen Compassion- und nicht Compassion-Kindern. Compassion-Kinder: sauber und gepflegt in ihren Uniformen, selbstbewusst

Nicht Compassion-Kinder: Schmutzige, zerrissene Kleidung, benachteiligt. Ich habe jetzt immer noch die Bilder von den nicht-Compassion-Kinder im Kopf. Damit die nicht-Compassion Kinder dieselbe Chance und Möglichkeit bekommen wie die Compassion-Kinder, dafür setze ich mich ein.

 Des Weiteren hat mich die Nähe bewegt, die die Kinder suchen. Sie  haben keinerlei Scheu, schon beim Aussteigen aus dem Bus werden wir von Kindern erwartet. Teilweise fällt das Aussteigen schwer, da wir von Kindern umringt sind. Sofort ist man von Kindern umringt und hat rechts und links ein Kind an der Hand. Kinder freuen sich mit einem spielen zu können. Alleine das Ball hin und herwerfen ist ein Ereignis für die Kinder.

Ein absolutes Highlight war natürlich das Treffen mit meinem Patenkind Abel, das war ein sehr emotionales Erlebnis. Ich bin seit sechs Jahren Compassion Advokat, aber das Treffen mit Abel hat mich zutiefst getroffen. Als Compassion Pate ist Armut nicht mehr anonym. Die Zuwendungen (finanziell und gedanklich) und auch die Aufmerksamkeit sind nicht anonym sondern es steht ein konkretes Kind, seine Familie und seine Umgebung/Land dahinter. Aber sein Patenkind zu treffen, ist noch mal etwas ganz anders. Jetzt weiß ich, für wen ich mich engagiere. Ich bin Gott dankbar, dass ich genau dieses Kind unterstützen darf. Patricia, die Betreuerin von Abel, die im Compassion-Kinderzentrum arbeitet und die ich auch kennenlernen durfte, kommt mir vor, wie ein "Engel" an Abels Seite. Mit ihrer Liebe Abel gegenüber und ihre Dankbarkeit mir gegenüber.

Als Compassion Advokat weiß ich viel über Armut. Ich habe schon viel gelesen, auch schon darüber erzählt. Ich habe Armut mit dem Verstand kapiert, aber ich hatte Armut noch nicht mit dem Herzen gespürt.

Wie gehst du mit dem Erlebten um?

Zuerst musste ich viel nachdenken um das Erlebte zu verstehen und zu begreifen. Es sind einfach so viele Eindrücke auf einen eingeprasselt, die ich verarbeiten musste. Ich möchte noch mehr Menschen über Compassion, die Arbeit von Compassion und vor allem über die nachhaltigen Auswirkungen der Arbeit von Compassion erzählen. Ich hatte die Komplexität der Armut unterschätzt. Ich habe begriffen, warum es so wichtig ist, nachhaltig gegen die Armut vorzugehen. "Entwicklungshilfe" muss über das klassische Maß hinausgehen, die Gesellschaft und die Kultur muss verändert werden. Und das passiert beim Ansatz von Compassion. Ich möchte mich noch mehr für Compassion engagieren.

So Gott will, werde ich wieder einen Muskathlon laufen, vielleicht 2018 in Tansania.

Was ich anders machen werde: Durch meine Nordic Walking Stöcke, habe ich mich um die größte Freude beim Lauf gebracht. Ich hatte die Hände nicht frei für die Kinder. Die Kinder haben sich so über die Läufer gefreut und sind kilometerweit neben ihnen hergerannt. Mit normalen Straßenschuhen, Sandalen, Flip-Flops oder die meisten Barfuß. So entwickelt sich das "Hände frei für die Kinder" zu einer Art Lebensmotto.